Liebe Gemeinde!

Jesus Christus sagt: Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. (Mt 11,28-30) Wo könnten unsere Sorgen, Nöte und Ängste besser aufgehoben sein als bei IHM?

Die Pandemie durch COVID-19 wirkt sich nach wie vor auf unser Leben aus:
- Menschen erkranken und während die einen nur leichte Symptome bemerken, leiden andere oft sehr unter dem Verlauf. Manche sterben daran...

- Angehörige machen sich Sorgen um ihre Lieben in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Einrichtungen für Menschen mit einer Behinderung. Besuche sind oft nur unter erschwerten Bedingungen möglich...

- Kinder und Jugendliche konnten lange nicht zur Schule. Manche werden die Folgen davon nicht nur an ihren Zeugnisnoten bemerken...

- Manche verlieren ihren Arbeitsplatz oder müssen die Folgen von Kurzarbeit verschmerzen... Firmen sind in ihrer Existenz bedroht...

Auch als Kirchengemeinde spüren wir: Unsere Gottesdienste sind anders geworden. Viele kommen gar nicht mehr. Der gemeinsame Gesang fehlt uns, die Abstandsregeln trennen uns voneinander. Selbst der Gang zur Kommunion erinnert kaum noch daran, dass wir Gäste sind an der Festtafel Gottes.

Gottvertrauen und Furchtlosigkeit soll uns als Christen auszeichnen. Mit Leichtsinnigkeit und Vernunftlosigkeit ist das jedoch nicht zu verwechseln. Jesu Botschaft ist da eindeutig: Wer Gott liebt, kann nicht seinen Nächsten nicht lieben. Es ist die Herausforderung dieser Tage, auf Gott vertrauend Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Aufruf zum Gebet in diesen Zeiten der Corona-Krise

Was ist in dieser Situation unsere Aufgabe als Christen? – Wir sollten nicht in Klagelieder einstimmen, davon gibt es derzeit genug. Außerdem machen wir dadurch nichts besser. So heißt es schon in dem alten Kirchenlied: „Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit.“ (Gotteslob Nr. 424)

Unser Auftrag von Jesus Christus her ist eindeutig und ermutigend. Er sagt uns allen: „Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.“ (Mt 7,7-8)

In diesem Sinne rufen wir Sie alle auf und bitten Sie herzlich und eindringlich um Ihr Gebet. Das ist der beste und sicher auch wirksamste Dienst, den wir als Christen unserer Zeit und den verunsicherten und leidenden Menschen erweisen können.

Auf diesem Wege können wir eine unsichtbare Kette mit immer mehr Gliedern bilden, eine wachsende geistliche Gemeinschaft von Haus zu Haus durch die Straßen unserer Gemeinde – und darüber hinaus.

Ja, kein Gebet ist umsonst, vergeblich. „Das Gebet hat eine große Kraft, das ein Mensch verrichtet nach bestem Können.“ So sagt es die große Mystikerin des Mittelalters, die heilige Gertrud von Helfta (1256-1302). Und zu Zeiten der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus formulierte es der Dichter Reinhold Schneider (1903-1968) so: „Allein den Betern kann es noch gelingen, / das Schwert ob unsern Häuptern aufzuhalten / und diese Welt den richtenden Gewalten / durch ein geheiligt Leben abzuringen.“

Liebe Gemeinde, halten wir uns an die gebotenen Vorsichtsmaßnahmen und Anordnungen der Behörden.

Unterstützen wir unsere Politiker, Ärzte, Wissenschaftler, alle Helferinnen und Helfer in den verschiedenen Diensten, aber auch alle Kranken und Leidenden … unterstützen wir sie mit unseren inständigen Gebeten.

Bitten wir Gott, dass wir diese schwere Zeit der Prüfung bald und gut überstehen.

Lassen wir in diesen Tagen und Wochen des vielbesprochenen „Stillstandes“ bei uns nicht eine lähmende Angst oder gar Depression aufkommen, sondern entdecken wir gerade jetzt in uns wieder die christliche Tugend der Hoffnung, die grünes Licht zeigt für die Zukunft.

Noch einmal: Füllen wir diese Zeit mit unserem Gebet.

Haben wir den Mut, auch in den Familien gemeinsam zu beten, auch mit Kindern und Jugendlichen.

Auch wer schon lange nicht mehr gebetet hat oder es verlernt hat, soll sich angesprochen und eingeladen fühlen. Jetzt ist eine gute Gelegenheit, neu damit zu beginnen: es ist nie zu spät.

Anregungen und Hilfen finden sich in großer Fülle in unserem Gotteslob, praktisch auf jeder Seite. Besonders empfehlen wir die Anleitungen zum Gebet auf den Seiten 33 und folgende; das Rosenkranzgebet S. 38ff, die weiteren Gebete und Lieder – die Lieder sind ja im Grunde gesungene Gebete – warum nicht auch zuhause Lieder singen! Sie können natürlich auch ein anderes Gebetbuch verwenden.

Ebenso empfehlen wir das Lesen und Betrachten der Heiligen Schrift, besonders des Neuen Testamentes.

Liebe Schwestern und Brüder, im Gebet und in der christlichen Hoffnung auf eine baldige und gute Überwindung der Corona-Krise mit Ihnen allen verbunden grüßen wir Sie herzlich

Ihr Pastoralteam