Foto Pfr Schmid 2019 10Liebe Gemeindemitglieder!

Mit dem 20. Oktober 2019 geht eine schöne und an Begegnungen reiche Zeit des pastoralen Wirkens hier in der Seelsorgeeinheit „Unterm Staufen“ zu Ende.

Für mich steht nun ein Wechsel an, die Gründe dafür liegen ganz und gar in meiner persönlichen Lebensplanung und in der Eigenheit des Priesterberufs. Der Impuls zum Aufbruch ist bei mir nun da. Und so erwartet mich eine ganz neue Herausforderung in Argentinien.

Ein paar Worte des Abschieds möchte ich schreiben:

Vielen herzlichen Dank für die vielen Zeichen, Worte und Momente der Wertschätzung und Freundschaft, die Sie mir geschenkt haben. Es war in diesen 13 Jahren großartig, mit Ihnen Gottesdienst zu feiern, in allen Lebenslagen, in Festen mit wunderbarer musikalischer Mitgestaltung, aber auch der Gottesdienst am Werktag, wo besonders in der Stille Gottes Nähe zu spüren ist.

In der Tagespresse von 2006 stand als Überschrift: „Ein Herz für die Jugend“ hat der neue Pfarrer. Wahrlich das war ein Steckenpferd von mir.

Immer wieder habe ich selbst Freude und Kraft schöpfen dürfen, ganz besonders bei gemeinsamen Gesprächen und Feiern von Taufe und Eheschließung, bei Besuchen zu „hohen“ Geburtstagen und Ehejubiläen.

Dankbar denke ich an die ökumenischen Begegnungen, in denen sich Christinnen und Christen verschiedener Konfession zusammengefunden haben.

Ein sehr herzliches „Vergelt´s Gott“ an meine evangelischen Kollegen und Kolleginnen für das gute Miteinander.

Mit sieben bürgerlichen Gemeinden sind wir in der Seelsorgeeinheit „Unterm Staufen“ verbunden und ich kann sagen, dass ich als Pfarrer bei den Bürgermeistern, den Mitarbeiterinnen auf den Rathäusern, bei den Vereinen und Feuerwehren, bei den Schulleitungen und Lehrerkollegien immer ein offenes Ohr und die Bereitschaft zu einem konstruktiven Miteinander vorgefunden habe.

Nicht zuletzt habe ich mich als Pfarrer der Seelsorgeeinheit „Unterm Staufen“ getragen gefühlt von der Mitarbeit sehr vieler ehren- und hauptamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das sind starke Frauen und Männer, die vielerlei Aufgaben übernommen haben. Ausdrücklich danke ich den Kirchengemeinderäten, deren Mitglieder neben konkreten Aufgaben auch Mitberatung und Mitbestimmung ausgeübt, sowie in der Leitung Mitverantwortung übernommen haben.

Unter den Neben- und Hauptamtlichen sind die Pfarramtssekretärinnen, Kirchenpflegerinnen, Kindergartenteams, die Mesner und Hausmeister, die Zivis und FSJ´ler, die Dienste in der Kirchenmusik, die liturgischen Dienste, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenpflegevereine zu erwähnen. Vielen Dank für Ihren Einsatz!

Das Leben und Wirken als Pfarrer kann nur in einen Pastoralteam bestehen. Ganz besonders für die vielen Jahre mit PR Agnes Steinacker-Hessling. Ferner GR Simone Jäger, PR Felicitas Schaaf. Als Prinzipal hatte ich immer eine gute Verbindung mit den auszubildenden Diakonen und Vikaren.

Jedoch: Auch viele schwere Momente sind mir in Erinnerung, besonders wo Eltern kleiner Kinder oder gar Kinder und Jugendliche zu Grabe zu tragen waren. Auch die Begegnung mit seelischer oder materieller Not bleibt mir im Gedächtnis, die vielen Einsätze als Notfallseelsorger. Für mich ist es jedoch auch ein Erlebnis von Gottes Nähe, wenn mir in diesen Situationen unvermutet Kraft geschenkt wurde, um den Betroffenen beizustehen.

Auch das soll hier gesagt sein: Manche erhoffte Ermutigung von mir blieb vielleicht aus, manche Begegnung mit mir war vielleicht auch enttäuschend, manche Entscheidung, manches Wort hat Sie möglicherweise verletzt. Hierfür bitte ich Sie um Nachsicht und Verzeihung. Wo dies so war, war es nicht persönlich gemeint und auch nicht gewollt.

Mag es manches erleichterte „Gott sei Dank!“ nach getaner Arbeit, nach einem zu einem glücklichen Ende gebrachten Projekt gegeben haben, so münden diese Momente am Ende meiner Tätigkeit ein in ein von Herzen gesprochenes „Dank sei Gott“.

Ihr Pfarrer Bernhard Schmid